über mich

"Gute Therapeuten sind ewige Studenten auf einer endlosen Reise zu sich selbst." I. Yalom (Psychoanalytiker und Autor)
Im Jahr 2000 bin ich aus Bulgarien nach Deutschland gegangen, um zu studieren. Während meines Studiums der Sozialpsychologie und Soziologie in Hannover entdeckte ich meine erste Berufung: mich für die Sichtbarkeit von Frauen in unserer Gesellschaft einzusetzen.
2007 begann ich meine Tätigkeit als Sozialpsychologin und Beraterin bei Ophelia – Beratungszentrum für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen.
Parallel dazu begab ich mich auf eine persönliche und fachliche Auseinandersetzung mit mir selbst durch die vierjährige psychoanalytisch orientierte Weiterbildung in Kunsttherapie bei APAKT Hamburg.
Nach drei Jahren beraterischer Tätigkeit bei Ophelia übernahm ich die Leitung der Einrichtung. Mehr als zehn Jahre war ich dort als Geschäftsführerin tätig und trug Verantwortung für eine Einrichtung, die Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen berät und begleitet.
Nach Abschluss meiner kunsttherapeutischen Ausbildung erhielt ich die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz in Deutschland.
Kunsttherapie für emotionale Gesundheit
Im Mai 2019 gründete ich Kunsttherapie für emotionale Gesundheit. Die Verbindung von psychologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive mit kunsttherapeutischer Arbeit wurde zunehmend zu einem zentralen Bestandteil meines beruflichen Weges.
Zugleich war ich in verschiedenen Frauenprojekten tätig. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt nach wie vor insbesondere bei Verarbeitung von Gewalterfahrungen. Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen in Krisen gehörten über viele Jahre zu meinem beruflichen Alltag.
Dabei habe ich die kunsttherapeutischen Methoden nicht nur als wertvolle Unterstützung für die Klient*innen erlebt. Sie waren und sind auch für mich ein Weg, Belastendes auszudrücken, zu verarbeiten und meiner eigenen Psychohygiene Raum zu geben.
Seit 2021 bin ich als Lehrkunsttherapeutin für Studierende an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn tätig.
Zwischen den Grenzen
Seit Anfang August 2024 lebe ich in Wien.
Zum zweiten Mal habe ich ein Land verlassen, um mein Leben in eine andere Richtung zu führen – oder vielleicht auch, um mein Leben einfach anderswo fortzusetzen. Mit allen Herausforderungen, Brüchen, Begegnungen und Transformationen, die eine solche Veränderung des eigenen Lebens mit sich bringt.
Nachdem ich die soziale Landschaft Wiens kennenlernen und einen tiefen Einblick in das Innenleben einiger sozialer Einrichtungen gewinnen durfte, ist für mich eine klare Entscheidung gereift: Ich möchte weiterhin Menschen begleiten, ihnen Raum geben, sie in herausfordernden Lebenssituationen mit künstlerischen Methoden begleiten, unterstützen und gemeinsam mit ihnen neue Perspektiven entwickeln.
Meine freiberufliche Tätigkeit ermöglicht mir, berufliche Erfahrungen, fachliche Kompetenzen und meine persönliche Klarheit unmittelbar für die Menschen einzusetzen.
Dabei arbeite ich sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting und sehe auch die Kooperation mit sozialen Einrichtungen, Institutionen und anderen Fachpersonen als einen wichtigen Bestandteil meiner Arbeit.
Auf Grundlage meiner in Deutschland erworbenen Abschlüsse wurde ich in Österreich als psychosoziale Beraterin (LBS) anerkannt. Teile meiner bisherigen Ausbildung konnten zudem für das psychotherapeutische Propädeutikum angerechnet werden.
Derzeit befinde ich mich in der Ausbildung des Propädeutikums und bereite mich auf den nächsten Schritt meiner fachlichen Entwicklung vor: die Ausbildung in einem Fachspezifikum für Psychoanalyse.
Werte und Überzeugung
Ich bewege mich mit meiner Sprache, meiner Identität und auch mit meiner Kunst und Therapie zwischen Grenzen.
Heute verstehe ich dieses Dazwischen-Sein als eine Ressource.
Meine eigene Biografie hat mich geprägt und gleichzeitig meinen Blick dafür geschärft, dass Menschen nie losgelöst von ihren sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen betrachtet werden können. Deshalb arbeite ich transkulturell und verstehe Vielfalt nicht als zusätzliche Kategorie, sondern als selbstverständlichen Teil menschlicher Lebensrealitäten.
Als Sozialpsychologin und Soziologin sind mir die kritische Reflexion und die Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge besonders wichtig. Dabei beschäftige ich mich auch mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen und damit, wie diese unseren Alltag, unsere Beziehungen und unser Selbstverständnis beeinflussen.
Der Mensch ist für mich ein umfassendes System. Körper, Gefühle, Gedanken, Beziehungen und gesellschaftliche Erfahrungen stehen miteinander in Verbindung – und alles kann sich in uns widerspiegeln.
In meiner Arbeit möchte ich einen Raum schaffen, in dem genau diese Zusammenhänge sichtbar und spürbar werden dürfen. Einen Raum für Begegnung, Reflexion, Ausdruck und Veränderung.
Mitgliedschaften
DFKGT – Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie
DTPPP – Dachverband der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum
WFKT – Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien, Deutschland
Psychoanalyse und Philosophie e. V., Düsseldorf
Wissenschaftliche Gesellschaft der Arbeitskreise für Psychoanalyse in Österreich – "Freiberg"
FAKT – Fachverband für Kunsttherapie, Wien Österreich – Vorstand Mitglied - wissenschaftliche Beirätin
ÖBKT - Österreichischer Berufsverband für Kunsttherapie
ABAT – Association of the Bulgarian Art Therapists – Ethikkomitee Mitglied